WERBUNG/ ANZEIGE

Unsere E-Mountainbike Tour in der Schweiz – Von Tessin nach Engelberg & Sarnen

Wir waren E-Mountainbiken in der Schweiz und sind überglücklich, mit vielen Fotos und so manchem blauen Fleck zurück gekehrt. In diesem Beitrag verraten wir euch unsere genaue Route und die schönsten Plätze entlang des Weges, die ihr unbedingt entdecken solltet. Außerdem geben wir euch unseren ganz persönlichen Schwierigkeitsgrad für die jeweiligen Abschnitte unserer E-Mountainbike Tour in der Schweiz an, denn als Flachlandradler ohne große Übung ist man in den Bergen hier sozusagen jemand, der alles ganz neu lernen muss. Aber keine Angst, mit einem Elektrovelo ist vieles schaffbar, das ihr ansonsten verpassen würdet und es macht dabei auch noch ganz viel Spaß!

Berlin nach Lugano – Anreise mit Ausblick

  • Flug von Berlin Tegel nach Zürich mit Swiss (1,5 Stunden Flugzeit, Verpflegung an Bord, Auto-Check in möglich)
  • Fahrt mit der Bahn vom Flughafen Zürich nach Lugano (Lohnt sich: Swiss Travelpass = unkompliziert fast mit jedem Verkehrsmittel nutzbar, sogar mit Fähren)
  • Tipp: Gotthard Panorama-Express (tolle Aussicht, hier lohnt sich auch der 1. Klasse Swiss Travelpass um in Ruhe genießen zu können)
freiseindesign-2
Durch die Panorama-Fenster kann man tolle Bilder schießen. Unsere Auslöser klackerten während der Fahrt munter vor sich hin!

Da wir von Berlin angereist sind und bis kurz vor der Tour noch bis zum Hals in Arbeit steckten sind wir mit dem Flieger gekommen. Wer seine Anreise nachhaltiger gestalten möchte, bringt am besten einfach genug Zeit um mit dem Zug in Richtung Schweiz loszudüsen. Unser gerade mal anderthalbstündiger Flug hat sich mit Swiss schon ganz schön schweizerisch angefühlt und als Zürich aus den Wolken auftauchte und wir zur Landung ansetzten, stieg uns die Vorfreude bis in beide Ohren nach oben. „Elektrovelo, wir kommen!“

freiseindesign-3
E-Mountainbike Tour in der Schweiz – gute Aussichten im Kanton Obwalden

Am Flughafen haben wir dann den Zug genommen um nach Zürich Oerlikon zu kommen und sind von dort aus bis Erstfeld gefahren, wo wir in den Gotthard Panorama-Express in Richtung Mailand gestiegen sind, der sich wirklich lohnt. Hängt einfach die Nase ans Fenster und genießt die tolle Aussicht. Das bringt euch schonmal in die richtige Schweiz-Stimmung! Wir sind mit dem 1. Klasse Swiss Travelpass gereist, was sich für alle lohnt, die in Ruhe durch die Panoramafenster schauen und fotografieren möchten oder auch sonst Ruhe und Entspannung wünschen. Wer es hingegen bunt und lebensfroh mag und gerne Leute beobachtet, dem ist die erste Klasse vielleicht doch etwas zu einsam und ein normaler Swiss Travelpass ist völlig ausreichend. Mit dem Ticket kommt ihr übrigens auch gratis in 470 Museen und 20 Schlösser, was wir leider nicht geschafft haben. Dafür kam uns der Rabatt für die Bergbahnen regelmäßig zu gute, denn unsere Oberschenkel haben sich schon nach dem ersten Tag gewünscht, die ein oder andere Aussicht mit Hilfe einer Bergbahn zu erreichen… 😉

freiseindesign-4
In der Gegend um Lugano gab es auf unserer E-Mountainbike Tour in der Schweiz die erste Übungsrunde um mit den Highspeed-Drahteseln warm zu werden.

Mediterranes Tessin – Unsere E-Mountainbike Tour in der Schweiz Teil 1

Das Tessin ist der einzige Schweizer Kanton in dem nur italienisch gesprochen wird. Kein Wunder, dass es sich hier so herrlich mediterran anfühlt! Palmen überall und ein ganz wunderbares Klima, das einem ein breites Grinsen aufs glückliche Radlergesicht zaubert. Ciao & buongiorno wurden schnell zu unseren Lieblingsworten und die Menschen der Region haben wir mit ihrer liebevollen Wärme ganz tief ins Herz geschlossen. Wer nach Lebensfreude sucht, der ist im Tessin goldrichtig.

freiseindesign-5
Bezaubernde kleine Städte im Tessin finden? Nichts leichter als das! An jeder zweiten Ecke schaut es so malerisch aus!

Hier gilt definitiv: Schweiz mal anders – denn wo sieht man sonst Heidi-Tannen und exotische Palmen nur wenige Radumdrehungen voneinander entfernt? Außerdem scheint der ganze Kanton mit allzeit guter Laune gesegnet zu sein und hinter jeder Ecke versteckt sich eine nette Unterhaltung. Einfach ein Urlaubstraum und unser ganz persönliches schweizer Highlight.

freiseindesign-6
Ganz besonders gute Laune haben uns die Tessiner Christians bereitet, die wir auf unserer Reise getroffen haben! 😀

Lugano bis Capanna Monte Bar – Start der E-Mountainbike Tour in der Schweiz

Nach einem stärkenden Frühstück im Hotel Delfino in Lugano trafen wir unseren Guide Marco von Bike Port und waren ganz schön aufgeregt. Das erste Mal auf dem e-Mountainbike! Hätten wir da schon gewusst, was uns noch an völlig neuen Erlebnissen und vor allem Guide-mäßiger Meisterleistung vom lieben Marco erwarten würde, wir wären ihm wohl schon zu Beginn dankbar um den Hals gefallen. 😉

freiseindesign-7
Guide Marco checkt alles für uns durch – die Bikes sollen uns schließlich wie angegossen an den Hintern passen 😉

Lugano bis Monte Bré & Künstlerdorf Bré

Mit dem Bus von Marco ging es zuerst zum Parkplatz am Künstlerdorf Bré. Hier haben wir mit Marcos Hilfe die geliehenen BMC Bikes auf unser Gewicht und unsere Größe eingestellt und wir durften auf sicherem und einfachem Gelände ganz in Ruhe Probefahren und alle Funktionen der Bikes kennen lernen. Der über einen Knopf am Lenker höhenverstellbare Sattel sollte noch zu unserem größten Freund auf der Reise werden, aber das wussten wir an dieser Stelle natürlich noch nicht. 😉 Als komplette Anfänger haben wir bereits am ersten Tag mit Marco so viel Neues gelernt, dass wir euch das unbedingt nochmal in einen extra Blogpost packen müssen!

Unsere erste Übungsrunde führte uns vom Dorf Bré hinauf zum Restaurant am Monte Bré, von wo aus wir bei bestem Wetter eine tolle Aussicht über Lugano genießen konnten. „Wir haben solches Glück mit dem Wetter!“ sagte Marco – und er sollte in dieser Woche mit der Aussage nicht der einzige bleiben. Denn obwohl Regen & Gewitter vorhergesagt waren, schien die Sonne uns für die Radtour den Weg weisen zu wollen. Auf dem Rückweg zum Parkplatz sausten wir den Berg hinab und spürten das erste Mal wie es ist in den Bergen abwärts Geschwindigkeit mit dem Rad aufzunehmen – faszinierendes Gefühl! Schnell drehten wir noch eine Runde durch die romantischen Gassen des Künstlerdorfes Bré und schon fanden wir uns inklusive unserer Räder in Marcos Bus wieder – hin zum Beginn einer Etappe, die wir so schnell nicht vergessen würden.

An dieser Stelle in großes Dankeschön an unseren allzeit gut gelaunten Guide Marco, der sich die Mühe gemacht hat, die Strecke für uns einzuzeichnen und zu jedem Ab- und Aufstieg mit der nötigen Motivation versorgte, alle schweren Momente an diesem ersten Tag mit Schwung und Humor zu nehmen.

freiseindesign-8
Danke Marco, du bist ein echtes Goldstück für Flachland-Radler! Ohne dich wären wir wohl am ersten Tag nicht angekommen und erst Recht nicht die restlichen Tage gefragt worden, wer uns Anfängern denn alles gleich so gut und detailliert beigebracht hätte!

Arla bis zur Capanna Pairolo

Aufgeregt schwangen wir uns bei bestem Wetter auf die Drahtesel und begannen mit dem Aufstieg zu Pairolo Hütte. Hier zeigte sich schnell, dass ohne das E in E-Bike vor allem Anni kaum überhaupt die ersten Hügel hätte bezwingen können. Wir klopften uns auf die Flachlandoberschenkel über schalteten die elektrische Unterstützung der Räder ein – die Herausforderung hatte begonnen. Nach den ersten 20 Minuten hatten wir uns langsam an das Bike gewöhnt und wir lachten alle paar Meter begeistert über die vielen kleinen Eidechsen, die über unsere Wege flitzten.

An dieser Stelle schmuggeln wir euch mal einen Tipp ein, der für Anni alles geändert hat: Wer sehr klein und leicht ist und sich mit der Kraft beim Treten schwer tut, der kann sich vom Bike ruhig mehr elektrische Unterstützung holen und muss nicht so sehr am Akku sparen, denn mit weniger Gewicht auf dem Bike ist auch der Verbrauch deutlich geringer.

bbc2018_blogger_bike_challenge_myswitzerland-15-2634070
Wer das Gefühl hat, mal wieder etwas Grün um sich her zu brauchen, der ist im Tessin an der richtigen Adresse. Schaut auch mal diese Farben an!

Auf dem Weg zur Pairolo Hütte lernten wir die verschiedenen Modi unserer e-Bikes – Eco, Trail & Boost – kennen und übten mit Marco, wie man das Gewicht verlagert und sich auf die Pedale stellt, wenn es bergab geht. Kurz vor der Capanna Pairolo wartet dann die erste wunderschöne Aussicht auf uns, bei der wir die Bikes für einen Moment ruhen ließen um die Berge, das Tal & das erste Kuhglockengeläut unserer E-Mountaibike Tour in der Schweiz zu genießen. Genauso schnell, wie die kleine Pause kam verging sie auch wieder und es ging mit vielen Tipps von Marco in einer Mischung aus Fahren, Rutschen und Schieben hinab zur Hütte über unsere ersten groben Steine – die uns zu diesem Zeitpunkt noch ganz schön herausfordernd vorkamen. Allerdings hatten wir da auch noch keine Vorstellung davon, was wir an diesem Tag noch alles erleben und meistern würden.

freiseindesign-9
Links im Bild wartet die Capanna Pairolo schon mit leckerem Essen auf uns, hmmmm schnell hin da!

Die Mittagspause in der Capanna Pairolo auf 1349 Metern mundete uns ganz köstlich und wir unterhielten uns beim Essen angeregt über die bevorstehende Radtour. Verrückt, nicht wahr, wie unterschiedlich wir Menschen doch alle aufwachsen? Für viele Schweizer, die wir unterwegs trafen, war es ganz unvorstellbar, dass wir nicht problemlos mit den Bikes umgehen konnten, während wir die Tage immer wieder stolz auf verschobene Grenzen und überwundene Ängste die Hände zum High-Five ineinander klatschten. Was wir davon mitgenommen haben? Vielleicht auch selbst mal zu überdenken, dass das was wir als selbstverständlich ansehen, für andere eine große Herausforderung sein könnte!

freiseindesign-10
„Guten Tag, dürften wir kurz vorbei radeln?“

Capanna Pairolo bis zur Capanna Monte Bar

Gestärkt und bester Laune machten wir uns nach dem Mittag zur zweiten Etappe des Tages auf, die die schwerste unserer ganzen Reise werden sollte. Bergab-Fahrübungen, Angstschweiß, eine wunderschöne Pause bei einer kleinen Kapelle am Wegesrand und glückliche Begeisterung über unsere eigenen Fortschritte führten uns durch den Wald hinab ins Tal und durch pittoreske Dörfchen. Von blühenden Blumen überrankte Mauern, steinerne Kirchen und freundliche Gesichter bestimmten unsere Abfahrt und vor allem auf den geteerten Straßen konnten wir das erste Mal auf der Radtour wirklich mit dem Kopf loslassen und die Sinne nach außen richten um die geballte Schönheit Tessins in uns aufzusaugen.

freiseindesign-11
Wer suchet der findet. Am Wegesrand der Wander- und Radwege im Tessin gibt es viele kleine Kapellen, Kirchen und natürlich tolle Natur zu erkunden.

In Kurven schraubten wir uns erst über Straßen, dann Wald- und Feldwege hinauf in Richtung unseres letzten Streckenabschnitts der es wahrlich in sich hatte. Als Wanderer wären wir sofort am Start gewesen, doch mit dem Bike schien uns die Strecke plötzlich nahezu unmöglich. Meckernde Ziegen beäugten uns, als wir versuchten uns mit unseren Bikes den steindurchsetzten sandigen Weg bergauf zu Bahnen. Das Ziel? Höhe der Alpe Pietrarossa auf den Singletrail der 385 zu gelangen, der zur Monte Bar Hütte führt.

freiseindesign-12
Hier dachten wir noch, wir hätten den Dreh jetzt schon echt raus – und dann führte Marco uns an den Aufstieg zur Capanna Monte Bar… 😉

Nun fragt sich sicher der ein oder andere erfahrene Schweiz-Biker, warum wir nicht schon die ganze Zeit Singletrails folgten. Ganz einfach: Wir können nicht einmal von beiden Seiten sicher vom Rad ab- und aufsteigen und deswegen war es wichtig, dass wir uns und andere nicht auf schmalen und steilen Streckenabschnitten gefährden.

Die Kameras blieben während dieses Abenteuers im Rucksack, denn alle unsere Kräfte wurden gebraucht um diesen ersten Tag, den wir jemals auf einem E-Mountainbike gesessen hatten, erfolgreich zu meistern. Unser größter Dank gilt dem unermüdlichen Eifer von Marco, uns zu ermutigen und uns immer dann mit Technik-Erklärungen abzulenken, wenn die Angst übermächtig zu werden schien. Uns so radelten, schoben, stürzten und rutschten wir volle Kraft voraus den Berg hinaus, bis wir endlich den Singletrail erreicht hatten. Was für ein Gefühl!

Nun galt es dem Trail der Route 385 bis zur Capanna Monte Bar zu folgen und nochmal den ganzen Fokus auf die Strecke zu halten. Nach inzwischen mehr als 6 Stunden und so vielen für uns komplett neuen Eindrücken und Situationen auf dem Rad, fiel es uns immer schwerer, konzentriert die Spur des Singletrails zu halten. Aber auch, wenn wir fast 4 Stunden länger gebraucht hatten, als für unsere Strecke geplant war, kamen wir doch heil in der Monte Bar Hütte an. Mit Cheerleader-Guide Marco immer noch bester Laune an unserer Seite setzten wir mit den ersten fallenden Regentropfen des endenden Tages unseren Schritt über das Ziel hinaus und bemerkten zum ersten Mal an diesem Tage so ganz, wie erschöpft wir wirklich waren.

bbc2018_blogger_bike_challenge_myswitzerland7-4171948
Müde, Hungrig, Überdreht – Wir nach dem gefühlt unendlichen ersten Aufstieg mit e-Mountainbikes über steinige Pfade. Anni’s Gesicht sagt: „Ich bin 3 Mal hingeflogen und jetzt hungrig!!“ und Freedi ist einfach überglücklich statt immerzu rauf, nun endlich für den Rest des Tages runter gucken zu können. Abenteuer Ende, nun wartet das Bett!

Unsere Bäuche sehnten sich nach dem Abendschmaus für den wir gerade noch rechtzeitig angekommen waren und danach fielen wir nach einer ordentlichen Portion Creme für die wundgeradelten Popöchen am Ende des Tages todmüde in unsere Betten. Selbst um das nächtliche Gewitter zu bestaunen waren wir viel zu erschöpft und schliefen wie zwei Steine bis der nächste Morgen anbrach.

Monte Bar über Monte Tamaro bis Miglieglia – Abwärtstour & magischer Nebel

Mit den Strapazen des ersten Tages noch in den müden Knochen wachten wir in der Capanna Monte Bar pünktlich zu leckerem Frühstück und bestem Wetter auf! Unser Guide Christian von Bike Shuttle Ticino holte uns direkt an der Hütte ab und begrüsste uns mit dem typischen Tessiner Strahlegesicht, das wir am liebsten ab jetzt auch jedem Berliner aufsetzen würden! Nachdem die Etappe hoch zur Monte Bar Hütte am Vortag für uns Anfänger doch fast eine Nummer zu groß gewesen war, justierte Christian unsere geplante Tour anspruchsmäßig mit geübtem Guide-Blick und nach Absprache mit Marco etwas nach und bescherte uns dadurch einen ganz wunderbaren Tag zum Genießen!

bbc2018_blogger_bike_challenge_myswitzerland-3-7266925
In Miglieglia (unten rechts) hätten wir am liebsten gleich eine ganze Woche Urlaub gebucht und wären von dort aus dann mit Guide Christian fröhlich die Gegend erkunden gefahren!

Monte Bar bis nach Rivera

Die Strecke führte uns in Serpentinen abwärts durch das satte Grün der Tessiner Berge. Während der Tour radelten wir vorbei an palmengesäumten und bunt blühenden mediterranen Dörfern, die uns immer wieder staunen ließen, wie anders es hier doch als alles ist, was wir vorher von der Schweiz als Bild im Kopf hatten!

freiseindesign-13Der Halt im Dorf Ponte Capriasca bliebt uns ganz besonders in Erinnerung, denn hier lernten wir nicht nur, dass es in der Schweiz ganz typisch ist, dass jedes Haus einen eigenen Namen hat, sondern besuchten auch die kleine Kirche Sant’Ambrogio. Das besondere hier: Eine frühe Kopie von Da Vincis Malerei des letzten Abendmahls, die ein Schüler von ihm für die Ewigkeit in der kleinen Kirche festhielt und die man ganz ohne Besuchermassen nur für sich genießen kann. Angeblich soll diese Kopie so gut erhalten sein, dass sie schöner zu betrachten ist, als das Original. Anni hat schon beides gesehen und findet: „Allein die Ruhe, die man in Ponte Capriasca hat um das Bild zu betrachten, macht einen großen Unterschied!“

freiseindesign-14Weiter ging es entlang kleiner Gassen und größerer Straßen hinab Richtung Tal bis nach Taverne, wo uns der Bike Shuttle Ticino Bus erwartete, der uns und die elektrischen Drahtesel zur Talstation der Gondelbahn auf den Monte Tamaro brachte.

Natürlich könnt ihr den ganzen Weg auch mit dem e-Mountainbike meistern und müsst euch nicht fahren lassen – da wir mit unserem Kameraequipment und der Aufnahmezeit zwischendurch berufsbedingt manchmal ganz schöne Trödeldamen sind, haben wir durch den Transport einiges an Zeit wieder aufgeholt.

freiseindesign-15
Freedi, Anni, Christian & die Bikes – was für ein Tag!
Rot, Rot, Rot sind alle meine Weeeeege – auch auf dieser Karte könnt ihr mit einem Klick wieder feinstens das Spionierauge einsetzen, denn unser Weg ist deutlich markiert! |Bild: SchweizMobil.ch

Wir hauen hier mal ein dickes Dankeschön an unseren Guide Christian raus, der sich die Mühe gemacht hat, die Strecken des Tages für uns auf der Karte nachzuvollziehen und mit seinem Mountainbike mit uns elektrisch unterstützten Radlerinnen mitgehalten hat wie ein Profi! Man könnte denken, er macht das schon 20 Jahre – okay, er tut es auch. 😉

freiseindesign-16

Monte Tamaro & Santa Maria degli Angeli

Mit der Gondelbahn ging es dann inklusive Travel Fox Bike hinauf zum Restaurant Alpe Foppa. Allein diese Fahrt mit dem Fahrrad, das seitlich an der Gondel baumelte, war schon ein echtes Erlebnis für uns Flachländler! Auf dem Monte Tamaro angekommen zog der Nebel in dicken Schwaden um uns her und tauchte alles in eine mystische Stimmung bei der wir hinter jeder Ecke vermuteten, in eine Bande wilder Kobolde hineinzustolpern.

freiseindesign-17Ein echtes Highlight auf dem High-Point – wenn ihr uns das Wortspiel mal verziehen wollt – ist die Kapelle Santa Maria degli Angeli, die wie ein in der Ewigkeit gestrandetes stolzes Schiff auf dem Monte Tamaro thront.

freiseindesign-18Mitten in den Wolken, umgeben von dumpfem Weiß, standen wir vor dem Kreuz dieser ganz besonderen Kirche. Sicher ist es schön vom Berg hinabzuschauen, aber das Gefühl, das diese watteweiche unendliche weiße Wand vermittelt hat, das war so viel dichter an dem was man sich von einer Kirche wünscht, als noch der schönste Talblick es je hätte sein können. Innenschau, statt Aussicht. Und ganz viel Gänsehaut.

freiseindesign-19Wer ein geübter Bike ist, der kann von der Alpe Foppa direkt auf Singletrails über die nächsten Spitzen weiterradeln. Aber für uns, die wir ja nichtmal sicher von beiden Seiten auf unser Rad steigen können, wären diese Trails nicht nur zu anspruchsvoll, sondern auch wirklich gefährlich gewesen.

freiseindesign-20Deswegen gab es nur ein kleines Radelvergnügen Rund um die Gegend der Alpe Foppa und danach ging es mit der Gondelbahn & dem Rad für uns wieder ins Tal hinab. Na, ihr könnt euch vorstellen welch lustige Blicke wir da bekommen haben! Immerhin fahren die Leute für gewöhnlich mit dem Rad an der Gondel rauf, um dann hinunterzusausen. 😉

freiseindesign-21
Auch der Weg zur Kapelle ist schon ein Ort der Ruhe.
freiseindesign-22
Auf geht’s hinab – 3, 2, 1 …. go!

Arosio bis Miglieglia

Nachdem wir mit dem Bike Shuttle von der Talstation der Gondel flink wie der Wind nach Arioso gefahren sind, ging die zweite Tour des Tages los. Wir folgten der Route 66 von Arosio nach Miglieglia. Wir radelten durch unendliche grüne Kastanienwälder, tranken uns am guten Wasser der Brunnen entlang des Weges die durstigen Kehlen satt und machten Pausen mit Aussicht auf hübsche Dörfer. Nebenbei kühlten wir uns die erhitzen Füße im Bach und lernten auch noch zwei sehr freundliche Pferdchen kennen, die sich ganz besonders für unsere BMC E-Mountainbikes interessiert haben. Na, das können wir schon verstehen, sind ja auch wirklich tolle Räder!

freiseindesign-23
Auf unwegsamen Geländeabschnitten fährt man bergab immer im Stehen um eine bessere Kontrolle über das Rad zu behalten.

Die zweite Tageshälfte verflog wie im Traum und schon landeten wir pünktlich zum Abendessen in Miglieglia an. Als Christian uns zum Ende des gemeinsamen Tages verabschiedete hätten wir ihn am liebsten so lange umarmt, bis er ganz klein gequetscht für die nächsten Tage in unsere Rucksäcke gepasst hätte. Doch für Abschiedsschmerz blieb uns gar keine Zeit, denn in Miglieglia wartete direkt der nächste liebe Christian auf uns, der uns in sein Bed & Breakfast Casa Santo Stefano entführte.

freiseindesign-24Ein liebevoll geführtes kleines Bed&Breakfast ohne Fernseher an der Wand (bei dem wir eh immer nur den Stecker ziehen…), dafür aber mit echtem Charme und minimalistisch eingerichteten Zimmern genau nach unserem Geschmack. Ach, an dieses Tessin, da kann man sich gewöhnen. Wir wären am Liebsten gleich eine ganze Woche geblieben und hätten auch noch den nahe gelegenen Monte Lema erkundet!

freiseindesign-25
Hops & Holper, geht es die steinigen Trails entlang – ein Glück haben wir am ersten Tag bei Marco schon die beste Schule genossen und wurden von Christian gleich in erfahrenen Biker-Händen aufgenommen!
bbc2018_blogger_bike_challenge_myswitzerland-13-5482666
Bed & Breakfast Casa Santo Stefano
freiseindesign-26
Da wäre noch ein Haus frei – sucht jemand? 😉

Miglieglia bis nach Caslano

Der dritte Tag unserer E-Mountainbike Tour in der Schweiz begrüßte und mit leckerem Frühstück in der Casa Santo Stefano und derselben Tessiner Freundlichkeit, die wir schon zuvor schätzen gelernt hatten. Früh am Morgen erkundeten wir den kleinen Ort Miglieglia nochmal ganz für uns, bevor es mit Guide Stefano auf Tour in Richtung Caslano ging. Stefano – wie könnte es anders sein – war eine Seele von Mensch und hatte den ganzen Tag ein herzliches Lachen auf den Lippen. Hach, an diese lieben schweizer Guides, da kann man sich schon gewöhnen. So macht das Radeln einfach Spaß!

Mit Stefano übten wir uns in kleinen Sprüngen – oder auch Hüpfern 😉 – über Wurzeln und Steine im Wald und bestaunten neben üppig blühenden Wiesen und bezaubernden Tessiner Häuschen auch etliche rauschende Wasserfälle am Straßenrand. Es ist schon toll, wenn man auf einer ganz normalen Teerstraße links und rechts so viel Natur zu sehen bekommt!

freiseindesign-27Unser persönliches Highlight: Die Fahrt durch einen Bach, die uns einiges an Überwindung kostete. Um eine fließend kühle  Erfahrung reicher, folgten wir Stefano über kleinere Trails & Waldwege durch sattes Grün immer weiter bis zur Wassermühle Maglio di Aranno. Der perfekte Platz für einen Bissen ins mitgebrachte Brötchen! Hier gönnten wir uns eine kurze Radlpause um die Schönheit des Mühlensees mit seinen Wasserfällen näher unter die Lupe und natürlich auch vor die Linse zu nehmen.

freiseindesign-28

Weiter ging es über viele Dörfer und quer durch die kleine Altstadt von Astano in Richtung Sessa, wo leuchtend grüne Weinstöcke auf uns warteten. Wer mehr Zeit mitbringt als wir, sollte hier unbedingt zum Genießen anhalten!

freiseindesign-29
Stefano ist genauso blendend gelaunt wie alle anderen lieben Menschen aus dem Tessin – herrlich!

Doch uns zog es weiter zum Wasser und so strampelten wir fröhlich erstmal in Richtung Ponte Tresa. Was für eine Überraschung, dass wir dabei am Hotel Villa del Sole unseres Guides Christian vom zweiten Tag vorbei kamen! Nach einem flinken Schnappschuss mit der Kamera sausten wir weiter entlang der grünen Bergkulisse aus der inzwischen auch das Blau des Lago di Lugano hervor blitzte und erreichten bei heißem Sonnenschein unser erstes Tagesziel Caslano.

freiseindesign-30Hier geht ein liebes Danke raus an Guide Stefano, der uns den roten Faden unseres gemeinsamen Abenteuers geliefert und die Karte mit der markierten Strecke versehen hat. Grazie mille, Stefano!

Für uns war es kaum zu glauben, dass hier in der kleinen Stadt am Lago die Lugano schon die erste Hälfte unserer E-Mountainbike Tour in der Schweiz vorbei sein sollte. Mit ein bisschen Herzschmerz schnappten wir uns Frohnatur Stefano für eine letzte Umarmung und sprangen inklusive unserer Elektrovelos ins bereits wartende Eurotrek-Mobil, das uns nach Engelberg bringen sollte wo der zweite Teil unserer Tour auf uns wartete.

freiseindesign-31
Stefano lebt die Bike-Liebe mit ganzer Seele und hat sogar immer eine kleine Fahrrad-Kette um den Hals.

Alpin Unterwegs in Luzern & Obwalden – Unsere E-Mountainbike Tour in der Schweiz Teil 2

Gerade noch im mediterranen Tessin, stiegen wir nach einer Fahrt unter dem Gotthard hindurch mitten zwischen schneebedeckten hohen Gipfeln in Engelberg aus unserem Eurotrek-Mobil. Mit schnellem Schritt verstauten wir unser Gepäck im Hotel Crystal und trafen André von Engelberg Tourismus. Mit Andrés ortskundigem Velowissen an der Seite und unseren treuen Bikes unter dem Hintern radelten wir in Richtung Blackenalp und fanden uns wie in einem gemalten Bild wieder. Hallo Alpen, hallo Tannen, hallo Schweiz, wie du im Buche stehst!

freiseindesign-32
Hallöchen Engelberg, wir sind bereit!

Engelberg: Blackenalp

Da wir – mal wieder – ein bisschen später dran waren, als geplant, entschied André mit uns lieber nicht zu weit hinaufzusteigen sondern den Nachmittag mit Fahrspaß, tollen Aufnahmen für das Videoteam, das uns über die Schulter schaute und dem gigantischen Panorama der Blackenalp zu füllen.

Und was für ein Panorama das war! Wasserfälle stürzten von den Bergwänden und ein eisblauer Fluss zog gurgelnd seinen Weg ins Tal. Wenn es in der Schweiz irgendwo Kobolde und Feen gibt, dann vermutlich hier – und wir sind uns ziemlich sicher, dass sie des Nachts mit den Murmeltieren Walzer tanzen. 😉 Diese Aussicht ist auch wirklich gut für absolute Beginner auf dem E-Mountainbike erreichbar und man kann sich kaum satt sehen. Was wir außerdem schön fanden: Hier waren kaum andere Touristen, die stehen blieben, weil die meisten eifrig dabei sind höher aufzusteigen, oder talswärts zu kommen, ist man an diesem Ort ein bisschen für sich und kann in Ruhe staunen, Fotos knipsen oder auch einfach nur dasitzen und dem Fluss zuhören.

freiseindesign-33Ob wir auch auf der Blackenalp wieder was gelernt haben? Aber klar! Natürlich ließ André sich nicht lange bitten und öffnete den Deckel der Velo-Trickkiste mit einer neuen Herausforderung für Freedi: Wie bekommt man sein Rad auf die andere Seite einer schmalen Brücke, wenn man nicht genug Platz hat es neben sich zu schieben? Man stellt es aufs Hinterrad und schiebt es vor sich. Praktisch und es sieht verdammt cool aus – nur wackeln sollte man lieber nicht, sonst landet das brave Drahteselchen im Fluss und das will ja nun wirklich niemand!

bbc2018_blogger_bike_challenge_myswitzerland-11-2048411
In Engelberg gab es mal wieder so einige neue Herausforderungen! Habt ihr schonmal ein 25 Kilo E-Mountainbike so lässig über eine schmale Brücke geschoben? 😉

Besonders viel Spaß macht übrigens der Rückweg von der Blackenalp, wo man die Räder so richtig schön in Schwung bringen kann. Ganze 44 km/h zeigte der kleine Bildschirm als Höchstgeschwindigkeit und das hat sich für uns schon ein bisschen wie Fliegen angefühlt!

Das langersehnte Abendessen mit schweiztypischem Rösti und leckerer Heuschaumsuppe gab es dann im Eienwäldli. Was für ein verrückter Tag! Morgens noch im Tessin, heute schon in Engelberg. Die Müdigkeit stand uns ins Gesicht geschrieben und auch die Elektrovelos scharrten schon müde mit den Rädern. Allerdings kann es auch sein, dass wir uns das nur eingebildet haben. Als die Dunkelheit schleichend herein brach und die Uhren zum Schlafen mahnten, spurteten wir uns dann ganz schnell um den Heimweg zum Hotel Crystal anzutreten.

freiseindesign-34

Engelberg: Brunni & Titlis – Murmeltier & Kuhgeläut

Bevor es erzähltechnisch wieder aufs Radl geht müssen wir euch unbedingt noch etwas erzählen, was wir so gar nicht erwartet hatten: Das wohl verrückteste an Engelberg waren nämlich die vielen indischen Touristen, die wir überall dort trafen, wo man mit der Bergbahn hinauf fahren konnte. Was es damit auf sich hat? Auch dazu wusste André Bescheid: In Engelberg wurden berühmte Bollywood Filme gedreht. Deswegen kommen viele Touristen her und wollen sich den Originalschauplatz ansehen. 

Wer gern indisch Essen geht, wird deswegen in Engelberg definitiv fündig. Was wir euch aber eindeutig nicht empfehlen würden, ist es den indischen Touristen nachzumachen und in feiner Stadtkleidung auf den Berg zu fahren, nur um dort kurz ein Foto zu machen. Da erleben wir doch eindeutig lieber was, und machen uns dabei auch gerne mal in geeigneter Kleidung ordentlich schmutzig. 😉

freiseindesign-35
Was ihr auf dem Bild nicht seht: Die 2. Kuh die plötzlich mit Schwung dieser in den Po piekste! Trieb sie die Eifersucht auf die coole Begegnung mit Anni & ihrem Bike? Wir werden es wohl nie erfahren…

Brunni & Härzlisee

Die erste Tageshälfte führte uns ins Wandergebiet Brunni, das auch als Sonnenseite von Engelberg bezeichnet wird. Für uns allerdings holte es seine mystische Stimmung heraus und bescherte uns einen dichten Nebel der immer wieder plötzlich aufriss um uns die strahlenden Bergspitzen der umgebenden Gebirge zu zeigen.

Mit der Brunni-Bahn ging es die erste Etappe inklusive der Bikes hinauf. Möglich ist das übrigens nur manchmal, wenn die Bahnen nicht zu voll sind – aber mit unserem André an der Seite klappte alles wie am Schnürchen! Wäre es nicht die Bahn geworden, so hätten unsere Bikes eben mal wieder den Trail oder Boost Modus herausholen müssen, oben angekommen wären wir ganz sicher. 😉

freiseindesign-36Beim Blick aus der Gondel stellte sich bei uns ein richtig sehnendes Gefühl ein, endlich wieder im Sattel zu sitzen! Ob das wohl die Fahrradleidenschaft war, die so langsam tief in uns erwachte? Kaum aus der Gondel hinausgeschoben zogen wir uns wärmer an und radelten den Berg hinauf bis zum Härzlisee.

Kaum hatten wir erfahren, dass es rund um den See einen Barfuß-Pfad gibt, waren auch schon die Schuhe ausgezogen und die Waden ins eiskühle Nass des Bergsees getaucht. Dass der Pfad auch als Kitzelpfad bekannt ist, macht übrigens ziemlich viel Sinn, denn unter jeder Menge Gelächter kraxelten wir mit unseren Kameras um den See und versuchten uns Gegenseitig über die piecksenden Steinchen zu scheuchen. Ganz besonders spannend fanden wir das Laufen über Tannenzapfen. Müsst ihr unbedingt mal ausprobieren!

bbc2018_blogger_bike_challenge_myswitzerland-9-7139521Die Aussicht vom Härzlisee ist übrigens wirklich ein Genuss und auch wenn gerade die Nebelschwaden zuziehen, solltet ihr euch nicht verleiten lassen, den Moment weniger bewegend zu finden. Denn solch eine Aussicht ist immer auch ein Stück Unendlichkeit und das bewusst wahrzunehmen tut einfach gut.

freiseindesign-37
Nanu, da will wohl jemand etwas vom Mittag abgreifen? 😉

Bei einer Stärkung auf der Brunni-Hütte auf 1860 Metern fanden wir auch gleich noch eine neue Katzen-Freundin und erfuhren von André, dass wir auf der anderen Seite, am Nachmittag vielleicht Murmeltiere sehen würden. Na ihr könnt euch Vorstellen, dass da die Vorfreude gleich mit aufs Rad stieg, als es hieß: Bergab!

Auf Serpentinen kurvten wir durch Kuhherden und dichten Nebel den ganzen Weg bergab bis ins Tal und können sagen: Das ist eine Strecke, die wirklich Spaß macht! Wer zwischendurch mal eine Pause braucht kann sich auf einer der Hängeschaukeln entlang des Weges niederlassen oder ein freundliches Gespräch mit einer Kuh anfangen, wenn man Glück hat gibt’s ein freundliches Muh als Antwort, oder zumindest einen dampfenden Haufen. 😉

freiseindesign-38

Titlis & Trübsee

Kaum zum Glauben, dass schon unsere letzte Fahrt in Engelberg gekommen war! Mit dem TITLIS-Xpress ging es von Engelberg hinauf zum Trübsee. Doch nicht, ohne uns vorher noch eine neue Herausforderung zu bescheren: Um mit dem Rad zur Gondelbahn zu kommen schwang André seines locker und leicht auf die Rolltreppe. Und wir gleich mit! Tatsächlich ist solch ein Vorhaben durch die guten Bremsen der Räder gar kein Problem, dennoch hatte vor allem Anni ordentlich Herzklopfen bei der Aktion!

Übrigens gab es hier für uns eine echte Ausnahme, denn was wir nicht wussten: Normalerweise geht es nur für ganz normale Velos mit der Bahn hinauf, weil das ständige Heben und Anhängen von schweren elektro-Rädern für die Angestellten der Bahn natürlich eine ziemliche Zumutung ist. Wir sagen also ein extragroßes Danke, dass wir trotzdem mitdurften um Zeit für unsere Produktion zu sparen und wissen ganz klar: Wenn wir privat unterwegs sind, wird natürlich getreten statt getragen! 

freiseindesign-39Oben angekommen staunten wir nicht schlecht über eine Natur, die nochmal ganz anders aussah, als alles was wir bisher gesehen hatten. Hinter dem Trübsee ragte der 3238 Meter hohe Titlis auf wie ein gigantischer schneebedeckter Riese und auf dem See ruderten Touristen in kleinen Booten. Gesäumt von einem Meer aus Blüten am Wegesrand und mit so vielen Entspannungsmöglichkeiten entlang des Weges wurde die Trübseerunde definitiv zu einem der schönsten Momente unserer E-Mountainbike Tour in der Schweiz.

freiseindesign-40Ziemlich klar, dass sich dann auch drei knuffige Murmeltiere sehen ließen um uns zu begrüßen, oder? Wir pfiffen ihnen ein fröhliches Hallo und steuerten André zu einem Ziel hinterher, dass zu dieser Jahreszeit leider noch mit Schnee bedeckt war: Der Jochpass-Trail.

freiseindesign-41
Trübsee – ein wahnsinns Anblick!

Jochpasstrail & Rückweg nach Engelberg

Der Jochpasstrail ist ein richtiges Schmankerl für alle Bikefans und ab dem 14. Juli offiziell eröffnet. Laut den wagemutigen und velogewöhnten Schweizern ist er auch für Anfänger befahrbar. Doch als so richtige Flachland-Beginner müssen wir euch sagen: Übt vorher in Ruhe und fahrt erst, wenn ihr auch wirklich das Gefühl habt, es geht um Spaß und nicht um eine Mutprobe. Wir haben uns trotz Schneefreiheit des letzten Trail-Stückes nicht bereit dafür gefühlt und stattdessen lieber den glatten Hang neben der Strecke als Abfahrt gewählt.

Zum Schluss führte André uns einen wenig hinab in Richtung Engelberg, der alles an Spaß mitbrachte, was wir brauchen um Glücklich zu sein. Flüsse, Wiesen, verschlungene Wege, ein bisschen Herausforderung auf Schotterstraßen und kleine Hüpfer zwischendrin – so macht uns das Radfahren richtig Laune! Angekommen beim Restaurant Ritz Gerschnialp sahen wir durch das Fenster dem prasselnden Regen draußen zu und gönnten wir uns allesamt ein leckeres Käsefondue, denn mindestens eins muss man doch in der Schweiz nun wirklich genossen haben. Danach hieß es Regenjacken an und ab nach Hause – was für ein Tag!

freiseindesign-42

Die ungefähre Strecke, die wir in der zweiten Tageshälfe gefahren sind, findet ihr hier zum Anklicken. Wir haben den See fast ganz umrundet und sind ein Stück seitlich zum Jochpasstrail hinauf gefahren. |Bild: SchweizMobil.ch
freiseindesign-43
Hatten wir eigentlich schon erwähnt, dass eine e-Mountainbike Tour in der Schweiz ziemlich schön ist?

Obwalden: Engelberg über Luzern nach Sarnen – Seenlandschaft & Heidi-Momente

Mit etwas schweren Herzen schlurften wir am letzten Tag unseres Abenteuers zum Frühstück, war heute wirklich der letzte Tag? Uns kam das alles wie ein verrückter Traum vor, nur die blauen Flecken und die ziehenden Hintern erinnerten und daran, dass wir das alles wirklich in so kurzer Zeit erlebt hatten. Wahnsinn irgendwie! Doch noch stand ein Tag bevor und so schnappten wir uns unsere Koffer, Rucksäcke, Ersatzakkus und die Bikes und bugsierten das ganze Gerödel mit Hilfe einer lieben Hotelangestellten zum nahegelegenen Engelberger Bahnhof.

freiseindesign-44Danach ging es mitsamt unserer Swiss Travel Pässe ab in den Zug und nach Luzern, wo wir leider nicht bleiben sondern nur schnell mit unserem vielen Gepäck in die nächste Bahn springen und in Richtung Sarnen losdüsen konnten. Übrigens müsst ihr zusätzlich ein Ticket für die Mitnahme von Rädern lösen, das geht aber auch beim Schaffner.

freiseindesign-45
Und wenn du kein Ticket hast, dann komm ist und hole dich! Muuuuuuuuuuh!

Von Sarnen um den Sarner See bis zum Restaurant Kaiserstuhl

In Sarnen wartete am Bahnhof schon unsere liebe Judith mit ihrem Bike auf uns und zeigt uns den Weg zum Hotel Krone, wo wir flink eincheckten um uns sogleich gemeinsam mit unserem ersten weiblichen Guide der ganzen Reise auf den Weg zu machen, ihren Kanton Obwalden näher unter die Lupe zu nehmen.

Wir radelten zuerst zu einem Aussichtszwischenstopp in der Schwandnerstrasse und dann mit kräftigen Tritten entlang des Sarner See. Am letzten Tag wollte die Schweiz uns nochmal gebührend verabschieden und bot uns eine idyllischen erste Etappe mit sattgrünen Wiesen, glitzerndem Wasser und frischer Bergluft. Freedi hat sogar eine Schlange entdeckt!

freiseindesign-46Bei der Überquerung des Wildbaches Laui in Giswil legten wir eine kleine Pause zum Staunen ein und Judith erzählte uns, dass der scheinbar kleine Bach manchmal so riesig anschwillt, dass die Brücke nicht mehr befahrbar ist. In der Vergangenheit gab es hier auch schon eine Brücke, die jedoch von den Fluten davon gerissen wurde. Kaum vorstellbar, dass der kleine Bach, den wir hier gesehen haben solche Kräfte entwickeln kann – die Natur bahnt sich eben ihren Weg, wie sie will!

bbc2018_blogger_bike_challenge_myswitzerland-2-5868837
In Obwalden gibt’s gute Ausblicke und leckeres Essen, wir bleiben dann mal noch ein bisschen!

Lungernsee & Dundelbachfälle

Die leckerste Limonade unserer E-Mountainbike Tour in der Schweiz haben wir im Restaurant Kaiserstuhl am Lungernsee genossen. Außerdem gibt’s hier Fisch direkt aus dem Lungernsee, auf dem sich die Angler tummeln und auch leckere Veggie-Gerichte! Was außerdem großen Spaß gemacht hat: Die umherkurvenden Autos in der Gegend zu beobachten, denn hier wird so manch schmuckes Teil die örtlichen Serpentinen entlang spazieren gefahren.

freiseindesign-47Nach einer stärkenden Mittagspause folgten wir Judith entlang des Lungernsees, der wegen seiner Bodenbeschaffenheit eine faszinierende Türkisfarbe annimmt, sobald die Sonne scheint.

freiseindesign-48Eine ganz besondere Überraschung wartete dann in Lungern auf uns: Mit einer wirklich klitzekleinen Wanderung von entweder nur 2 oder 20 Minuten kommt man zur ersten und zweiten Stufe der insgesamt 150 Meter hinab rauschenden Dundelbachfälle. Ein herrlicher Anblick und absoluter Ort zum Nachdenken und rekapitulieren unserer wilden Woche auf dem Elektrovelo.

bbc2018_blogger_bike_challenge_myswitzerland-8-1-9026310
Wir sind nur den kleinen Wanderweg bis zum unteren Dundelbachfall hochgelaufen – auch das ist schon ein toller Ort zum Ruhe tanken!

Auch in Obwalden wollten wir natürlich mit unseren Rädern das Fliegen üben und schwangen uns gemeinsam mit anderen Mountainbikern und Judith in die Lungern-Turren Luftseilbahn um unsere Radtour zur Fluonalp ein bisschen abzukürzen. Die Vorfreude auf die letzte Etappe wuchs sobald wir oben waren mit den aufkommenden Heidi-Gefühlen um die Wette und wir schwangen uns in die Sättel um loszulegen.

freiseindesign-49

Radtour von Dundel zur Fluonalp

Die Tour von der Lungern-Turren Bahn hin zur Fluonalp kam uns an diesem letzten Tag wie eine geballte Ladung Schweiz wie aus dem Bilderbuch. Ein bisschen Wehmut mischte sich unter unsere Tritte, sollte das doch die letzte große Aussicht unserer E-Mountainbike Tour in der Schweiz sein! Und so genossen wir jede Pedalumdrehung und grüßten jede Kuh auf dem Weg.

Die wohl lustigste Bekanntschaft des Tages machten wir mit dem was übrig bleibt, wenn die Kühe ihr Gras verdaut haben: dicke dampfende Fladen! So ohne Schutzbleche, dafür aber mit umso mehr Schwung kamen wir als kleine Kuhkacke Monster aus dieser Tour wieder heraus und lachten uns darüber schlapp. Wer sehr an seinem sauberen Rucksack hängt, dem empfehlen wir auf jeden Fall den Schutz darüber zu ziehen oder vorher gründlichst das Slalomfahren zu trainieren. 😉

freiseindesign-50Besonders den Aussichtsblick vom Riebensädel solltet ihr euch nicht entgehen lassen! weiche Wiesen tragen eure Bikes wie auf Federn dorthin und ihr könnt über den Sarner See bis zum Vierwaldstätter See und nach Luzern schauen. Ein echter Ort zum Verweilen und definitiv ein Platz, wo die Kamera neugierig aus dem Rucksack hüpft um den Moment einzufangen.

freiseindesign-51

Nach ein super Tipp von Guide Judith für euch: Lasst euch von den Durchgangskreuzen für Wanderer als Radfahrer nicht abschrecken. Man kann diese nämlich einfach rausnehmen, durchschieben und sie danach wieder einsetzen. Kein Jonglieren mit dem Bike über dem Kopf nötig! 

freiseindesign-52
Freedis Gesicht nach fast einer Woche E-Mountainbike Tour in der Schweiz sagt: Glücklich!
freiseindesign-53
Judith & Anni strahlen um die Wette – ist ja auch wirklich nicht schwer, bei dem Wetter!

Besuch der Fluonalp-Hütte & Rückfahrt nach Sarnen

Weiter ging es auf unserer Tour mit Schwung bergab über Wiesen und Schotterpfade bis zur Fluonalp Hütte, wo eine herzhafte Zvieri auf uns wartete. Statt Kaffe und Kuchen schätzen die Schweizer Bergleute nämlich eine deftige Nachmittagsmahlzeit aus Käse, Wurst und Schinken – das meiste kommt hier frisch direkt von der Alp.

freiseindesign-54Klar, dass wir uns da direkt selbst von überzeugen wollten und so nahm Älpler Thomas uns mit in seine Käserei, wo wir dem Milchtechnologen vor Ort über die Schulter schauen durften. Besonders spannend fanden wir auch das Temperaturgefälle der Käseräume, von eisig in der Aufbewahrung bis tropisch in einigen Herstellungsbereichen war es wirklich interessant zu spüren und auch zu riechen, was hier so vor sich geht. So einen Käse kann man hier übrigens als Gruppenaktivität herstellen und dann ein oder zwei Jahre später wieder abholen!

bbc2018_blogger_bike_challenge_myswitzerland-1-9647496Wer länger bleiben will kann in der Hütte auch übernachten oder einfach bei eine langen Abend draußen den Ausblick genießen. Doch uns rief es zurück in Richtung Heimat und so mahnte Judith mit Blick auf die dichter werdenden Wolken zur Abreise.

Ein letzter Bergab-Genuss mit Aussicht sollte die finale Etappe unserer Schweiz-Reise mit dem Elektrovelo werden und so rauschten wir still die Serpentinen hinab und hingen unseren Gedanken an die vielen Erlebnisse nach.

freiseindesign-55Unten wieder beim Hotel Krone angekommen verabschiedeten wir uns von unserer lieb gewonnenen Judith und damit auch von unserem letzten Abenteuer, gaben die Bikes zurück und realisierten so langsam, dass es am nächsten Tag tatsächlich zurück nach Berlin gehen würde. Uns ganz ehrlich? Um wirklich alles was wir erlebt haben zu verarbeiten, werden wir wohl noch eine ganze Weile brauchen!

Was habt ihr denn schon in der Schweiz erlebt? Oder seit ihr sogar Schweizer? 

freiseindesign-56
Obwalden – ein Kanton zum liebhaben!
freiseindesign-57
Powerfrauen-Team
freiseindesign-58
Pausen sind wichtig um die Kondition halten zu können, auf einer grünen Wiese machen sie besonders viel Spaß! 🙂
freiseindesign-59
Blick auf den Trübsee
freiseindesign-60
Abfahrt von der Monte Bar Hütte – alles was rauf geht, geht doppelt so schnell wieder runter 😉

freiseindesign-61

bbc2018_blogger_bike_challenge_myswitzerland-14-5003269
Nette Leute, Tolle Ausblicke, Gemeinsames Arbeiten & neue Heruasforderungen – das war unsere E-Mountainbike Tour in der Schweiz
freiseindesign-62
Eine kleine Feldstein-Kapelle im Tessin
freiseindesign-63
Pause auf der Brunni-Hütte
freiseindesign-64
Bis zum nächsten Mal – in so ein Land, kommt man gern zurück! Und nächstes mal wissen wir sogar schon, wie man die Berge so richtig hinabsaust 😉

 

Zurück